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Tierwohl bei WIESENHOF-Privathof jetzt auch wissenschaftlich belegt


13.01.2014 – Der Aspekt „Tierwohl“ ist in der heutigen Zeit ein viel diskutierter aber auch recht abstrakter Begriff aus der Tierethik. Dadurch ergeben sich die Fragen: Was genau ist „Tierwohl“ eigentlich? Wie kann man es messen und welche Aktivitäten und Maßnahmen führen bei der Haltung von Geflügel dazu, das „Tierwohl“ zu verbessern? Diese Fragen wurden in einem Team von Wissenschaftlern genauer untersucht und die Ergebnisse gestern bei einer Pressekonferenz an der Ludwig-Maximilians-Universität vorgestellt.

Zur Beantwortung der Forschungsfragen beobachteten und untersuchten die Forscher und wissenschaftlichen Mitarbeiter des Lehrstuhls für Tierschutz der LMU München das Geflügel in den Privathof-Ställen zwei Jahre lang. Privathof-Geflügel wird deutschlandweit unter besonderen Anforderungen an das „Tierwohl“ auf WIESENHOF Vertragsbauernhöfen aufgezogen und ist seit Januar 2013 mit dem Siegel „Für mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes gekennzeichnet (Einstiegsstufe).

Intensive Untersuchung des Verhaltens

Im Zuge der Studie wurde das Verhalten, sowie der Gesundheitszustand der Tiere regelmäßig untersucht, beurteilt und dokumentiert. Vor allem das Fressverhalten (Ernährungszustand), die Befiederung und die Fußballengesundheit wurden intensiv untersucht, da diese Rückschlüsse auf den allgemeinen Zustand der Tiere zulassen. Die für das Geflügel typischen Verhaltensweisen wie beispielsweise das Picken oder Wühlen nach Nahrung, das Staubbaden und das Ruhen auf erhöhten Sitzmöglichkeiten wurden analysiert und ausgewertet. Darüber hinaus wurden auch die Emissionen, wie Ammoniak- und Staubgehalt der Luft zum Gegenstand der Studie.

Mehr Bewegung der Tiere

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Tiere, die in den Privathof-Ställen aufwachsen, deutlich mobiler und agiler sind. Durch die geringere Besatzdichte und dem zusätzlichen Auslaufangebot in dem Wintergarten steht den Hähnchen mehr Platz zur Verfügung. Auch der Einsatz der Beschäftigungsmöglichkeiten wirkt sich positiv auf das Verhalten der Tiere aus. Prof. Dr. Michael Erhard, Leiter des Lehrstuhls für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung an der Ludwig-Maximilians-Universität München stellt fest: „Insbesondere die Picksteine und Strohballen wurden intensiv von den Tieren angenommen und adäquat, sowohl als Deckungsmöglichkeit in den ersten Lebenstagen als auch als Beschäftigungsmaterial genutzt. Die Strohballen wurden zudem für erhöhtes Liegen und Ruhen angenommen. Der zusätzlich angebotene Wintergarten wurde bei gutem Wetter von den Masthühnern häufig besucht.“

Deutliche Verbesserung der Gesundheit und des Verhaltens

Die Ergebnisse der Studie wurden von den Experten sehr positiv bewertet – vor allem konnten Verbesserungen in der Gesundheit und dem arttypischen Verhalten festgestellt werden. „Mit der bei Privathof-Geflügel eingesetzten Besatzdichte und den angebotenen Ressourcen Sitzstangen, Strohballen und Picksteinen ist sowohl eine tierschutzgerechte als auch wirtschaftliche und verbraucherfreundliche Masthühnerhaltung möglich“, erklärt Dr. Elke Rauch, Fachtierärztin für Tierschutz sowie für Tierhaltung und Tierhygiene an der LMU München.

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